Tauchen und Sightseeing

Urlaubsprogramm an der Nordsee

Die deutsche Nordsee gilt als anspruchsvolles Tauchrevier, an das sich Anfänger keinesfalls auf eigene Faust heranwagen sollten. Starke Strömungen, plötzliche Wetterumschwünge und natürlich die wechselnden Gezeiten sind es, die im Gesamtpaket zu abenteuerlichen Verhältnissen führen. Die Zeitfenster, die sich zwischen Ebbe und Flut auftun, sollten bei der Planung der Tauchgänge exakt beachtet werden. Die Tauchclubs vor Ort, zum Beispiel auf Norderney und in Cuxhaven, helfen weiter, wenn es um Sicherheitsfragen geht. Noch dazu verfügt fast jedes Städtchen an der Nordsee über eine eigene Touristeninformation, die gern Tipps für eine spannende Urlaubsgestaltung über Wasser gibt. 

Achtung: Die wilde Nordsee lässt nicht mit sich spaßen!

Sightseeing und Tauchen lassen sich in der Nordsee perfekt miteinander verbinden, jedenfalls, wenn der richtige Platz dafür gewählt wird und der Taucher kein blutiger Anfänger ist. Am Grund der Deutschen Bucht liegen ungefähr 4.000 Schiffswracks, die als spannende Unterwasserattraktionen gelten. Es ist sehr empfehlenswert, ihnen eher im Spätsommer einen Besuch abzustatten als im Frühling, Herbst oder Winter. Dann befinden sich nämlich die Wassertemperaturen in einem einigermaßen angenehmen Bereich und die Algenblüte ist weitgehend beendet. Auch der frühe Herbst kann durchaus lohnenswert sein, denn zu dieser Jahreszeit schwebt besonders wenig Plankton im Wasser

Sylt: seichte Gewässer und Seehundbänke

Sylt gehört zu den Tauch-Hotspots der Nordsee. Das Tauchrevier von Hörnum liegt an der Insel-Südspitze, dort gibt es eine flach abfallende Küste und relativ seichtes Gewässer. Die Strömung kann allerdings auch hier überraschend stark ausfallen, darum gilt es, Acht zu geben, und gut auf die Ratschläge der ortskundigen Tauchkollegen zu hören. Wer sich zum Apnoetauchen hingezogen fühlt, ist hier relativ gut aufgehoben, weil es zurück zur Oberfläche nie besonders weit ist. Trotzdem gilt es, bei dieser nicht gerade risikolosen Beschäftigung immer mindestens einen Tauchpartner dabei zu haben und natürlich alle wichtigen Regeln zu beachten. Es empfiehlt sich, bei einem Ausflug nach Hörnum auch ein Fernglas dabei zu haben, um damit einen intensiven Blick auf die berühmten Seehundbänke zu werfen, die jeden Besucher begeistern. Fünf Seemeilen von der Westküste Sylts entfernt liegt übrigens der Dampfer „WIK“, der im Jahr 1944 zum letzten Mal ungefiltertes Sonnenlicht sah. Inzwischen ist das Wrack vollständig in die Unterwasserwelt eingegliedert und gilt deshalb als malerischer Hotspot für Erlebnis-Taucher.  

Helgoland: wissenschaftliches Tauchen auf hoher See

Rund um die Hochseeinsel Helgoland ist schon mit sehr viel größeren Meerestiefen zu rechnen. Hier sank im Winter 1919 das U-Boot „SM UC 71“, und zwar direkt vor der Südküste der Insel. Sich dieses Ziel genauer anzusehen, ist allerdings mit einigen Hürden verbunden, denn Taucher benötigen eine Sondergenehmigung, um diesen besonderen Anblick legal zu genießen. Wer wissenschaftliche Gründe vorweisen kann, hat auf Helgoland als Taucher recht gute Karten – alle anderen sollten sich eher auf Schnorcheln einstellen.

Aber warum auch nicht? Mit den Kegelrobben durchs Wasser zu schwimmen hat schließlich auch etwas Verlockendes, vorzugsweise im Trockenanzug ohne direkten Kontakt zum meist sehr kalten Wasser. Wer das wichtigste Wahrzeichen der Insel sehen möchte, der begibt sich an die Nordwestküste und nimmt die sogenannte „Lange Anna“ ins Visier. Der rote Sandsteinfelsen ist immerhin 47 Meter hoch und geschätzte 25.000 Tonnen schwer. 

Cuxhaven: Tauchschule und Kreidesee vor Ort

In Cuxhaven sieht es schon wieder ganz anders aus, hier gibt es sogar eine Tauchschule, die schon mehr als 200 zertifizierte Taucher ausgebildet hat. Ihr Name: Tauchschule 54° Nord. Die ersten Schnupperstunden finden normalerweise auf völlig risikolosem Pflaster im Freibad oder im Hallenbad statt. Dann geht es oftmals hinaus zum Kreidesee nach Hemmoor, wo bis in 60 Metern Tiefe noch immer die Sonne scheint. Im Süßwasser leben Regenbogenforellen und Lachse, die zwischen industriellen Ruinen und Autowracks ihre Heimat gefunden haben. Sogar die riesengroße Skulptur eines Hais ist hier zu sehen, also bitte nicht erschrecken! Wer diesen Test bestanden hat, der wagt sich dann vielleicht als Nächstes direkt ins Meer. Und falls das nicht unbedingt die kalte Nordsee sein sollte, dann geht es vielleicht ans Rote Meer oder zum Mittelmeer. Auch Warmwassertaucher dürfen sich in der weltweiten Tauchgemeinde herzlich willkommen fühlen! Von Cuxhaven aus ist es gar nicht weit bis nach Wangerooge, wo der Leuchtturm Roter Sand schon von Weitem sichtbar wird. Das imposante, weiß-rot gestreifte Bauwerk steht bereits seit Jahrzehnten unter Denkmalschutz. Touristen und Segler strömen Jahr für Jahr herbei, um das Insel-Wahrzeichen in Augenschein zu nehmen und an alte, stürmische Zeiten zu denken, als der Leuchtturmwärter hier noch seinen wichtigen Job erledigte. Das alles gehört zu einem echten Nordsee-Urlaub einfach mit dazu!

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