Die Nordsee

Geschichte, Entwicklung und heutige Nutzung

Die Nordsee ist ein Schelfmeer am Rande des Atlantiks. Mit ihren durchschnittlich 94 Metern Tiefe ist sie zwar ein flaches Meer, aber Ihre Fläche von rund 575.000 m² ist größer als Frankreich.

Insgesamt sieben Staaten gehört ein Teil der Nordsee Küstenlinie. Während in Deutschland, den Niederlanden und Dänemark die Ufer zum Wattenmeer und Salzwiesen flach auslaufen, sind in Norwegen entlang der Fjorde eher Steil- und Felsküsten zu finden.

Die Entstehung der heutigen Nordsee

Die Nordsee gibt es bereits sein etwa 350 Millionen Jahren, auch wenn ihre damalige Form und Größe anders war. Im Laufe der Erdgeschichte entwickelte sich das Gebiet der heutigen Nordsee von einer Landmasse durch Überschwemmung hin zu einem Schelfmeer mit Grenze zum Atlantik.

Ihre heutigen Maße entstanden erst nach der letzten Eiszeit. Damals war der heute südliche Teil der Nordsee bis zur Doggerbank eine Landmasse, die von Mooren und Kiefernwäldern bedeckt war. Der nördliche Teil hingegen wurde zusammen mit Skandinavien von den eiszeitlichen Gletschern bedeckt. Mit dem Ende der Eiszeit und der damit verbundenen Klimaerwärmung zogen sich die Gletscher zurück. Durch den steigenden Meeresspiegel verlagerte sich die Küstenlinie der Nordsee immer weiter Richtung Süden bis sie ihre heutigen Ausmaße erreichte.

Entwicklung der Schifffahrt auf der Nordsee

Breits zu den Zeiten der Römer und Wikinger wurde die Nordsee als Verkehrsweg genutzt. Damals waren es hauptsächlich Kriegsschiffe, die über die Nordsee fuhren. Ab dem 13 Jahrhundert wurden die ersten regelmäßigen Handelsrouten aufgebaut. Die ersten regelmäßig angefahrenen Städte waren damals Brügge und London. Mit der Zunahme der Handelsrouten wurde die Sicherheit auf der Nordsee immer wichtiger. Um auch bei den für die Nordsee so typischen Sturmfluten oder bei Nebel sicher navigieren zu können, entstanden ab dem 16., 17. Jahrhundert herum immer mehr Leuchttürme entlang der Nordseeküste. Die wohl schönsten Türme sind der Simon Loschen Leuchtturm in Bremerhaven, der Pilsumer Leuchtturm oder auch die Dicke Berta in Cuxhaven. Als erster Offshore-Turm wurde der Leuchtturm Roter Sand gebaut. Auch heute noch ist die Nordsee ein wichtiger Punkt für die Handelsschifffahrt. So liegen die größten Häfen Europas Rotterdam, Antwerpen, Hamburg und Bremen, bzw. Bremerhaven an der Nordsee.

Als weiterer Wirtschaftszweig wird der Tourismus an und auf der Nordsee immer beliebter. So zieht das gesundheitsfördernde Klima immer mehr Urlauber an die Nordseeküste. Aber auch das Angebot an Schiffsreisen, angefangen von Fähren zu den Nordseeinseln, über Tagesausflüge bis hin zu kompletten Nordsee Kreuzfahrten, wird immer weiter ausgebaut.

Lebensraum Nordseeküste

Seit 2009 gehört die deutsche und niederländische Nordseeküste mit ihrer größten zusammenhängenden Wattenmeerfläche zum UNESCO Weltnaturerbe. Durch Ebbe und Flut, hat sich hier ein einzigartiger Naturraum entwickelt und bietet Muscheln, Krabben, Wattwürmern einen besonderen Lebensraum. Auch Kegelrobben fühlen sich in den Gebieten der südlichen Nordsee wieder wohl.

Im Frühjahr und Herbst nutzen Millionen von Zugvögeln die Nordsee mit ihrem reichlichen Nahrungsangebot als Rastplatz für den Flug gen Norden bzw. Süden. Die Zugvogeltage sind perfekt um mehr über Alpenstrandläufer, Pfuhlschnepfen und andere Vögel zu erfahren.

Die eher rauen Küsten Großbritanniens und Norwegens hingegen sind ideal für Vögel, die ihr Nest in den Felsen bauen. Naturfreunde können neben Papageientauchern z.B. auch die Trottellumme beobachten.

Heutige Nutzung der Nordsee

Fischerei in der Nordsee: Die Nordsee zählt zu den artenreichsten Meeren auf unserem Planeten. Neben Fischen wie Kabeljau, Seelachs, Makrele, Scholle, Hearing und Seezunge gibt es auch zahlreiche Hummer, Garnelen und Muscheln. Nachdem in den 1960er Jahren die Fischerei stetig zunahm, wurden einzelne Fischsorten wie der Hering oder Kabeljau regelrecht überfischt.

Ölförderung in der Nordsee

Nachdem 1958 in der Nordsee das erste Erdgasfeld entdeckt wurde, wurden in den 1960er Jahren bei mehreren Probebohrungen auch Erdölfelder gefunden. In den folgenden Jahren begann die Förderung, die sich aufgrund der politischen Stabilität und der guten Qualität des Nordseeöls auch trotz der höheren Produktionskosten lohnen. Aktuell gibt es über 450 Bohrinseln in der Nordsee, hauptsächlich vor den Küsten Großbritanniens, Norwegens, der Niederlanden und Dänemarks.

Energiegewinnung in der Nordsee

Dänemark und Großbritannien waren die ersten Länder, die die Windenergie an der Nordsee zur Stromgewinnung nutzten und die ersten Windkraftanlagen und Parks im Meer bauten. Auch Deutschland hat ab 2004 sukzessive immer mehr Offshore Anlagen gebaut. Ende 2019 hatten deutsche Windkraftanlagen in der Nordsee eine Kapazität von knapp 6500MW. Für Strömungs- und Wellenkraftwerke gibt es in deutschen Küstengewässern hingegen zu wenig Energiebringende Wellen und Strömungen.

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  1. […] Tauchen in der Nordsee ist eine außergewöhnliche Freizeitaktivität und eine abenteuerliche Entdeckungsreise. In der […]

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